Worpswede– Organic Tactonic
Organic Tactonic
Worpswede, August 2026
Im Rahmen des Erasmus-Programms kamen Studierende und Lehrende aus Mailand, Malmö, Lund, Leuven und Wuppertal für den einwöchigen Workshop Organic Tactonic in Worpswede zusammen. Ausgangspunkt war ein Ort, an dem sich Landschaft, Kunst und Architektur seit mehr als einem Jahrhundert auf unterschiedliche Weise überlagern. Seit der Entstehung der Künstlerkolonie Ende des 19. Jahrhunderts wurde Worpswede nicht nur zum Lebens- und Arbeitsort von Künstler:innen, sondern auch zu einem Ort, an dem künstlerische Praxis, gebauter Raum und Landschaft immer wieder aufeinandertreffen.
Für eine Woche lebten und arbeiteten die Studierenden in den Künstler:innen Häusern Worpswede. Damit war auch die Unterkunft Teil dieses Zusammenhangs: Die seit 1971 bestehende Stipendienstätte wurde als Wohn- und Arbeitsort für internationale Künstler:innen gegründet und führt die Geschichte Worpswedes als Ort künstlerischer Produktion bis in die Gegenwart fort.
Am Anfang stand die Oberfläche: ihre Struktur, ihr Relief und die Spuren, die sich in ihr eingeschrieben haben. Mit Frottagen näherten sich die Studierenden ihrer unmittelbaren Umgebung. Papier und Graphit hielten Fugen, Texturen und Unebenheiten fest – eine erste Form, den Ort über seine materielle Beschaffenheit zu erkunden.
Von dort führte die Arbeit weiter in das Dorf. In kleinen, international zusammengesetzten Gruppen widmeten sich die Studierenden unterschiedlichen Sites. Zeichnend, frottierend und durch das wiederholte Aufsuchen näherten sie sich deren räumlichen und materiellen Eigenheiten. Die Techniken blieben dabei offen: Gefundenes wurde festgehalten, ergänzt, überzeichnet und neu zusammengesetzt.
Hinzu kam die Geschichte des Ortes. Eine Führung durch das von Bernhard Hoetger entworfene Kaffee Worpswede und ein Besuch bei Uta Migge und Ian Bild im Worpsweder Antiquariat eröffneten unterschiedliche Zugänge zur Kunst- und Architekturgeschichte der Künstlerkolonie. Uta Migge und Ian Bild zeichneten dabei die kulturpolitischen Zusammenhänge nach, die die Entwicklung der Künstlerkolonie bis in die 1930er-Jahre prägten, und ordneten einzelne Orte, Personen und Entwicklungen in diesen größeren Kontext ein. So verband sich die zeichnerische Erkundung des Vorgefundenen mit dem Wissen um die historischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Ortes.
Im Laufe der Woche entwickelten die Gruppen daraus eigenständige Arbeiten. Ausschnitte, Spuren und unterschiedliche Maßstäbe wurden aufgenommen und weitergeführt. Es entstanden zeichnerische Lesarten der jeweiligen Sites, in denen unmittelbare Wahrnehmung und das Wissen um den Ort zusammenkamen.
Die Woche war intensiv. Arbeiten von morgens bis abends, zeichnen, frottieren, diskutieren, wieder von vorne anfangen. Und dennoch blieb Zeit für alles, was dazwischen lag: spätsommerliche Tage, ein Sprung in die nahegelegene Hamme, gemeinsames Kochen und lange Abendessen draußen bei Kerzenschein. Gespräche zwischen Studierenden und Lehrenden. Wein am Abend. Und eine Sonnenfinsternis.
Zum Abschluss wurden die entstandenen Arbeiten gemeinsam im Haus 6 der Künstler:innen Häuser Worpswede präsentiert.
Format: Erasmus Programm
Date: August 2026
Location: Worpswede, Germany
Participants: Milan, Malmö, Lund, Leuven, Wuppertal
Tutors: Christoph Grafe, Mikel van Gelderen, Sabina Jallow, Jesus Mateo, Gennaro Postiglione, Mechthild Stuhlmacher, Jurjen Zeinstra
Focus: Scetching, frottage, art, architecture and landscape & history
Kaleidoscope #5 – The Appearance of…
Kaleidoscope #5 – „The Appearance of…“
Wuppertal, September 2024
Kaleidoscope ist ein jährlich stattfindendes internationales Workshopformat, das Studierende und Lehrende der Architekturschulen in Hasselt, Liège, Eindhoven und Wuppertal zusammenbringt. Für die fünfte Ausgabe kamen im September 2024 Studierende und Lehrende aus Liège, Delft und Wuppertal für vier Tage im Pina Bausch Zentrum zusammen. Das ehemalige Schauspielhaus Wuppertal wurde dabei selbst zum Gegenstand ihrer Untersuchungen.
Das Haus gab die Fragen vor: Wie lässt sich ein Ort lesen, in dem unterschiedliche Zeiten gleichzeitig präsent sind? Was erzählen Räume und Oberflächen von dem, was in ihnen stattgefunden hat – und was bleibt dahinter verborgen? Wie verändert sich die Wahrnehmung einer Architektur, wenn ihre ursprüngliche Nutzung unterbrochen ist und sich zugleich eine neue Zukunft abzeichnet? Zwischen Theater und Tanz, Vorgefundenem und Veränderung näherten sich die Studierenden dem Gebäude und seinen unterschiedlichen Zeitschichten.
Graubners Theaterbau der 1960er-Jahre entwickelt sich als plastische Folge von Baukörpern und Zwischenräumen. In den Innenhöfen tritt die Architektur in ein unmittelbares Verhältnis zur Landschaftsarchitektur; Innen und Außen, gebauter Raum und Vegetation werden hier Teil einer gemeinsamen räumlichen Ordnung. Über Jahrzehnte waren die Räume des Hauses durch Aufführungen, Publikum, Bewegung und die alltäglichen Abläufe eines Theaterbetriebs bestimmt. Mit dessen Ende wurde diese Kontinuität unterbrochen – und mit ihr auch die selbstverständliche Lesart des Gebäudes als Theater.
Diese Unterbrechung bedeutet jedoch keinen Stillstand. Als Pina Bausch Zentrum wird das Haus bereits heute durch künstlerische Interventionen und Installationen, Veranstaltungen, Performances und temporäre Nutzungen aktiviert. Noch vor der anstehenden Sanierung treffen so die Spuren des ehemaligen Schauspielhauses auf neue Formen der Aneignung. Vergangenheit und Zukunft des Hauses stehen dabei nicht nacheinander, sondern sind in seinem gegenwärtigen Zustand gleichzeitig präsent.
Unter dem gemeinsamen Titel „The Appearance of…“ arbeiteten die Studierenden in kleinen, international zusammengesetzten Gruppen. Sie beobachteten und dokumentierten, diskutierten und experimentierten mit dem, was sie im Haus vorfanden. Architektur wurde dabei nicht allein über Raum und Material untersucht, sondern ebenso über Bewegung und Wahrnehmung, über Geschichten, Erinnerungen und gegenwärtige Nutzungen.
Begleitet wurde diese Arbeit durch den engen Austausch mit Bettina Milz, Koordinatorin des Pina Bausch Zentrums. In Gesprächen und gemeinsamen Arbeitsphasen brachte sie die Entwicklung des Zentrums, das Werk Pina Bauschs sowie Perspektiven aus Tanz und Performance in die Beschäftigung mit dem Gebäude ein.
Aus dem Vorgefundenen, den Beobachtungen und Gesprächen entwickelten die Gruppen ihre Arbeiten frei und ohne ein vorgegebenes Format. Einige setzten unmittelbar an der materiellen Substanz und den Räumen des Hauses an, andere arbeiteten mit Bewegung, Wahrnehmung, Teilhabe oder Erzählung. So entstanden Skulpturen und Installationen, partizipative Interventionen und Videoarbeiten, die zum Abschluss des Workshops gemeinsam im Außenraum des Pina Bausch Zentrums präsentiert und diskutiert wurden.
Name: Kaleidoscope #5 – “The Appearance of…”
Format: Erasmus Workshop
Date: September 2024
Location: Pina Bausch Zentrum, Wuppertal, Germany
Participants: Delft, Liège, Wuppertal
Tutors: Maxime Coq, Christoph Grafe, Claudine Houbart
Focus: Installation, spatial intervention and layers of time
Photography by Vincent Rosatti
La Biennale di Venezia: Stegreif-Reise im Sommer 2022
Der Lehrstuhl AGT bietet dieses Semester wieder einen Stegreif (B.Sc und M.Sc) nach Venedig zur 59. Biennale di Venezia an:
Une chasse aux rumeurs – the city as a rumour mill – die Stadt als Küche der Geräusche – geroezemoes in de stad – pettegolezzi zvonurile
A Venice workshop 29 August to 03 September 2022, Biennale di Venezia, Padiglione del Belgio, Giardini
This year the Belgian pavilion at the Venice Biennale presents the work of artist Francis Alÿs. The space is inhabited by a series of videos taking the visitors to situations in places as distinct as Mexico, Afghanistan, DR Congo, Hong Kong and Switzerland, among others. They show children performing and playing games: flying a kite in the street, hiding and seeking in abandoned buildings, jumping ropes on top of a roof terrace, rolling down a hill inside a tire.
The videos, as well as the paintings presented in the pavilion, involve the artist's displacement around the world, a registration of how the urban (or non-urban) locations become spaces of performance and creativity. Rules are set and followed, communicated in words or gestures. Associations are formed and dissolved. Few words are spoken, but permanent movements and noises derive from action, establishing various forms of communication between people and with the surroundings. The movement of the players in a deserted town is silent, and the silence has a precise acoustic presence. A swarm of mosquitos creates a buzz that attracts children's attention in Tabacongo, DRC, but also fills the space of the pavilion in Venice.
The pavilion is a site in itself, with its spatial and acoustic realities. It is set in a garden - a public space and, yet, not quite, as an entrance fee is charged. The city outside the limits of the "Giardini" is a landscape and soundscape itself, a rumour mill, a projection plane of noises, movements, and possibilities for play. Through its particular features, it mumbles to its inhabitants and visitors, inspiring them to produce stories and create new meanings that might be provisional and yet, are all the more powerful tacit forms of communication and builders of sense and community.
What are the possible connections between presence, absence, imagination and the spaces in the work of Francis Alÿs? This workshop engages with the Belgian pavilion and the Young Curators Programme, an initiative designed to expose emerging Belgium-based curators, taking the videos of Francis Alÿs as a departing point to think about the experience of the space, the exhibition context and the examination of the city as creative opportunities.
29 August
18.00 welcome to Venice. Meeting point Punta della Dogana
30 August
10.00 – 11.00 Meeting Young Curator Programme fellows, curators Arno Huygens and Badia Larouci. Presentation and discussion of workshop assignment, Campo San Francesco della Vigna
11.00 – 11.30 Forming working groups
11.00 – 18.00 group work in the city
18.00 report meeting, Park Viale Vittorio Veneto, Sant’ Elena
31 August
10.00 meeting the pavilion (with the curators), Giardini (outside the Belgian pavilion)
11.30 – 18.00 site work Biennale
18.00 report meeting, Park Viale Vittorio Veneto, Sant’ Elena
1 September
10.00 – 18.00 site work Biennale and group work
18.00 report meeting, Sala F Giardini (tbc)
2 September
10.00 group work, preparing a presentation
14.00 presentation and discussion, Sala F Giardini
17.00 apéro
3 September
site visit and excursion to Vicenza
zuletzt bearbeitet am: 22.09.2026